Belgier

Belgische Fahne

Sie sind Belgier und nehmen an den Gemeinderatswahlen am 14. Oktober 2018 teil? Indem Sie Ihre Stimme abgeben, beeinflussen Sie zukünftige Entscheidungen in einer Vielzahl von Bereichen, die sich direkt auf Ihr tägliches Leben auswirken.

Mehr zu den Bedingungen, die Sie erfüllen müssen, um wählen zu gehen, und weitere Informationen finden Sie in den Unterpunkten.

Bedingungen

Um bei den Gemeinderatswahlen Ihre Stimme abgeben zu dürfen, müssen Sie:

  • bis zum 31. Juli 2018 die belgische Staatsangehörigkeit besitzen – Es spielt keine Rolle, ob Sie sie durch Geburt, Einbürgerung oder Eheschließung erlangen.
  • bis zum Wahltag 18 Jahre alt sein
  • bis zum 31. Juli 2018 im Bevölkerungsregister einer Gemeinde eingetragen sein
  • bis zum Wahltag über Ihr Wahlrecht verfügen – Sie dürfen sich also laut Wahlgesetzgebung in keinem Ausschluss- oder Aussetzungsfall befinden

Von der Wahl endgültig ausgeschlossen sind beispielsweise Personen, denen aufgrund einer Verurteilung lebenslang das Wahlrecht aberkannt worden ist. Das Wahlrecht gilt als ausgesetzt, wenn aufgrund einer Verurteilung eine zeitweilige Aberkennung vorliegt oder wenn es um Personen geht, die entweder interniert sind oder im Sinne des Zivilgesetzbuches als geschützt gelten (ehemals verlängerte Minderjährigkeit).

Es sind keine weiteren Verwaltungsschritte notwendig, um sich als Wähler eintragen zu lassen. Sobald Sie die genannten Bedingungen erfüllen, erhalten Sie im Vorfeld der Wahlen von Ihrer Gemeindeverwaltung eine Wahlaufforderung.

Wahlpflicht

Als Belgier, der die Bedingungen zum Wählen erfüllt, sind Sie gesetzlich verpflichtet, wählen zu gehen.

Wenn Sie nicht wählen gehen, dann drohen Ihnen Strafen.

  • Wenn Sie zum ersten Mal ungerechtfertigt fehlen, dann erhalten Sie den Umständen entsprechend einen Verweis oder eine Geldstrafe von 5 bis 10 Euro.
  • Im Wiederholungsfall zahlen Sie als Nicht-Wähler eine Geldstrafe von 10 bis 25 Euro.
  • Wenn Sie der Wahl mindestens 4 Mal innerhalb von 15 Jahren ohne Rechtfertigung fernbleiben, werden Sie für 10 Jahre aus den Wahlregistern gestrichen und dürfen während dieser Zeit von einer öffentlichen Behörde weder ernannt noch befördert oder ausgezeichnet werden.

Sind Sie am Wahltag nachweislich verhindert, können Sie sich per Vollmacht vertreten lassen.

Wahlaufforderung

Die Gemeinde schickt Ihnen Ihre Wahlaufforderung mindestens 15 Tage vor dem Wahltermin per Post zu. Die Wahlaufforderung präzisiert, wann und wo genau Sie am Wahltag Ihre Stimme abgeben können.

Kann Ihre Wahlaufforderung nicht übermittelt werden, wird sie in der Gemeindeverwaltung hinterlegt. Dort können Sie sie bis zum Mittag des Wahltags abholen.

Ihre Wahlaufforderung müssen Sie am Tag der Wahl zusammen mit Ihrem Personalausweis zum Wahllokal mitbringen. Falls Sie Ihre Wahlaufforderung vergessen haben, können Sie nur zur Stimmabgabe zugelassen werden, wenn der Wahlvorstand Ihre Identität anerkennt.

Falls Sie für den Wahltag die Vollmacht eines anderen Wählers erhalten haben, müssen Sie ebenfalls die Wahlaufforderung und den Personalausweis des Vollmachtgebers mitbringen.

Vollmacht erteilen als Belgier

Wenn Sie am Tag der Wahl verhindert sind, können Sie sich durch eine Vollmacht von einem anderen Wähler vertreten lassen.

Als Vollmachtgeber können Sie jeden anderen belgischen Wähler als Bevollmächtigten bestimmen. Europäische oder nicht-europäische Wähler dürfen nicht die Vollmacht eines Belgiers empfangen, da sie nur für die Gemeinderatswahl – und nicht die Provinzialratswahl – wahlberechtigt sind.

Jeder Wähler darf höchstens über eine Vollmacht verfügen. Kandidaten, die sich selbst zur Wahl stellen, dürfen nur für ihre Ehepartner oder gesetzlich zusammenwohnenden Partner bzw. für Verwandte oder Verschwägerte bevollmächtigt werden.

Die Vollmacht können Sie bis zum Tag der Wahl erteilen.

In welchen Fällen dürfen Sie einem anderen Wähler Ihre Stimmabgabe anvertrauen?

Sie dürfen nur dann jemand anderes bevollmächtigen, wenn Sie:

  • wegen Krankheit oder Behinderung nicht fähig sind, sich ins Wahllokal zu begeben
  • aus beruflichen oder dienstlichen Gründen im Ausland sind oder unmöglich zum Wahllokal gehen können
  • sich im Freiheitsentzug befinden
  • sich aufgrund einer religiösen Überzeugung am Wahltag nicht im Wahlbüro einfinden können
  • sich als Student aus Studiengründen nicht ins Wahlbüro begeben können
  • sich im Urlaub im Ausland befinden

Der jeweilige Grund, der Sie davon abhält, sich ins Wahllokal zu begeben, muss zwingend durch ein entsprechendes Attest oder eine Bescheinigung belegt werden. Liegen diese Dokumente am Wahltag nicht vor, darf der Wahlvorstand die Vollmacht nicht berücksichtigen. 

Die Wahl per Vollmacht ist nur dann möglich, wenn das Formular A1 ordnungsgemäß ausgefüllt wurde und am Wahltag gemeinsam mit folgenden Dokumenten vorgezeigt wird:

  • Personalausweis des Bevollmächtigten
  • Wahlaufforderung des Vollmachtgebers
  • Wahlaufforderung des Bevollmächtigten (erhält den Stempel "Hat mittels Vollmacht gewählt")
  • Attest oder Bescheinigung (eventuell Formular A2 nötig)

Das Vollmachtsformular und das Attest bzw. die Bescheinigung behält der Wahlvorstand, der Ihnen daraufhin 2 Chipkarten für die Wahlkabine überreicht.

Sie können die Formulare A1 und A2 im Download-Bereich herunterladen oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung anfragen.

Fahrtkosten

Gewisse Wähler können ihre Fahrtkosten rückerstattet bekommen.

In folgenden Fällen können Sie binnen 3 Monaten nach der Wahl die Rückerstattung Ihrer Fahrkosten beantragen:

  • als Wähler, der nicht mehr in der Gemeinde lebt, in der er wählen gehen müsste
  • als Lohn- bzw. Gehaltsempfänger, der seinen Beruf in einer Gemeinde ausübt, die nicht die Gemeinde ist, in der er und seine Familienangehörigen wählen müssen
  • als Student, der sich aufgrund seines Studiums in einer Gemeinde aufhält, die nicht die Gemeinde ist, in der er wählen muss
  • als Person, die sich in einem Krankenhaus oder Pflegeheim aufhält, das in einer Gemeinde liegt, die nicht die Gemeinde ist, in der sie wählen muss

Wie stellen Sie den Antrag?

Sie können Ihre Forderungsanmeldung bis zum 14. Januar 2019 bei der Provinz Lüttich einreichen.

Die Auszahlung der Fahrtkostenentschädigung ist nur dann möglich, wenn das Formular A5 ordnungsgemäß ausgefüllt und bei der Provinzialverwaltung (Provinzpalast, Place Saint-Lambert 18A, B-4000 Lüttich) eingereicht wurde. Dem Formular müssen Sie folgende Dokumente beifügen:

  • die vom Wahlbürovorstand abgestempelte Wahlaufforderung
  • die entsprechenden Belege, d. h. die Bescheinigung des Arbeitgebers, die Bescheinigung der Bildungseinrichtung oder des Pflegedienstes oder die Bescheinigung der Eintragung in das Bevölkerungsregister

Sie können das Formular A5 im Download-Bereich herunterladen oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung anfragen.